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Dienstag, der 04.03.2025:
Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.
📖 Sacharja 2,14
Als Jesus in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und sprach: Wer ist der?
🖋 Matthäus 21,10
💭 Wer ist der?
Liest man das Umfeld der heutigen Bibelverse, so sieht man sich mit zahlreichen Konflikten und Machtbestrebungen bis hin zu Gewalt und kriegerischen Auseinandersetzungen konfrontiert. Wie passt das zusammen mit dem Losungswort? Immerhin heißt es da: „Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.“
Dieses Wort wurde ganz klar an das Volk Israel gerichtet. Nach einer Zeit der Verfolgung und Zerstreuung in alle Himmelsrichtungen sollten sie wieder in ihr Land zurückkehren können. Gott selbst würde sich als Schutz wie eine feurige Mauer um sie legen.(1) Doch auch über andere Nationen heißt es, dass sie sich in dieser Zeit Gott dann zuwenden und sein Volk sein werden.(2) Schauen wir in die Gegenwart, merken wir, dass sich längst noch nicht alles erfüllt hat, was der Prophet Sacharja ankündigte. Zwar gibt es inzwischen Israel wieder als Nation, und in vielen Ländern haben sich Menschen bereits Gott zugewandt. Doch wir erleben auch, wie die Tagespolitik die Menschen in Atem hält. Gewalt und Krieg scheinen sehr viel näher als Versöhnung und Frieden.
Im Lehrtext wird berichtet, wie Jesus nach Jerusalem einzog. Auch da herrschte keineswegs Einigkeit. Wir lesen, dass die ganze Stadt in Aufregung geriet. Einige waren begeistert, andere empört. Wie kam er dazu, die Händler aus dem Tempel zu werfen? Woher hatte er die Macht, Blinde und Lahme zu heilen? Als ihn dann noch Kinder im Tempel lautstark als Sohn Davids priesen, fragten ihn die Hohenpriester und Schriftgelehrten entrüstet, in wessen Namen er handle. Nach einer kurzen Gegenfrage ließ Jesus sie einfach stehen.(3)
All das passt nicht so richtig in das Bild vom sanften Jesus. Vielleicht müssen auch wir uns einmal fragen: „Wer ist der?“ Gott schenke uns in allem Tumult den schlichten Glauben eines Kindes, dem Sohn Gottes zu vertrauen. Er selbst will bei uns wohnen.
Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen
(1) Sach. 2,9-10 (2) Sach. 2,15 (3) Matth. 21,12-17
Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass du zu uns gekommen bist. Ich lade dich ein, in meinem Herzen zu wohnen. Schenke mir deinen Frieden, gerade auch, wenn es um mich herum stürmisch zugeht. Leite mich durch deinen Geist und baue dein Reich in mir, und ebenso auch durch mich. Ich danke dir, dass du uns nie alleine lässt. Amen.
Sonntag, der 02.03.2025:
Der HERR erlöste sie, weil er sie liebte und Erbarmen mit ihnen hatte. Er nahm sie auf und trug sie allezeit von alters her.
📖 Jesaja 63,9
Und siehe, zwei Blinde saßen am Wege; und als sie hörten, dass Jesus vorüberging, schrien sie und sprachen: Ach, Herr, du Sohn Davids, erbarme dich unser!
🖋 Matthäus 20,30
💭 Zeichen der Liebe
Das heutige Losungswort beschreibt Gottes Liebe für sein Volk Israel. Schon im Vorfeld lesen wir, wie er sie von ihren Unterdrückern befreit und das Land gesegnet hat. Im Losungswort selbst wird dann alles zusammengefasst. Auch das Handeln Jesu Christi, von dem wir im Lehrtext lesen, zeigt uns, wie sehr Gott den Menschen zugewandt ist. Die beiden Blinden schrien in ihrer Not zu Jesus. Die umherstehenden Leute fuhren sie jedoch an, sie sollten endlich ruhig sein. Offensichtlich war ihnen das Schicksal der beiden Männer nicht so wichtig. Sie wollten Jesus sehen und hören, da störte das Geschrei der Blinden nur. Doch Jesus störte es nicht. Im Gegenteil – ich glaube, er erkannte in dem Schreien den Glauben und die Hoffnung der beiden. So blieb er stehen und heilte sie.
Nun sagte Jesus einmal: „Wer mich sieht, der sieht den Vater.“(1) Das bedeutet, dass wir an Jesus Christus erkennen können, wie Gott ist. Vor allem aber, dass Gott uns liebt und barmherzig ist.
Wenn wir allerdings den Vers lesen, der an das Losungswort anschließt, stoßen wir auf eine betrübliche Botschaft. Dort heißt es nämlich: Doch sie lehnten sich gegen ihn auf und betrübten seinen Heiligen Geist. Deshalb wurde er ihnen zum Feind und kämpfte gegen sie.(2) Man kann also Gottes Liebe erfahren und ihn trotzdem ablehnen. Das wünsche ich allerdings niemandem. Wenn aber jemand Gott ablehnt, weil er bzw. sie schlechte Erfahrungen mit Christen oder mit der Kirche gemacht hat, so kann ich das nachvollziehen. Oft wird Gott mit der Kirche verwechselt. An Jesus Christus können wir tatsächlich erkennen, wie Gott ist, an der Kirche leider nicht immer. Ich wünschte aber, dass auch wir Christen mehr und mehr die Barmherzigkeit und Liebe Jesu Christi anderen Menschen gegenüber widerspiegeln. Möge Gott uns dazu helfen.
Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Joh. 14,9 [Luther 2017] (2) Jes. 63,10 [Neues Leben Übersetzung]
Gebet:
Herr Jesus Christus, ich bin immer wieder berührt, wenn ich lese und erfahre, wie gut du zu uns bist. Wie du den beiden Blinden geholfen hast, so hilfst du auch uns. So bitte ich dich, Menschen zu helfen, wenn sie dich in ihrer Not anrufen. Ich bitte dich aber ebenso, dass auch wir die Not anderer wahrnehmen und sie nicht ignorieren. Schenke uns deine Gesinnung. Amen.
Freitag, der 28.02.2025:
Du hast Menschen über unser Haupt fahren lassen, wir sind in Feuer und Wasser gekommen. Aber du hast uns herausgeführt und erquickt.
📖 Psalm 66,12
Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, auf dass auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.
🖋 2. Korinther 4,9-10
💭 Am Ende: Zuversicht
Die heutigen Bibelverse beschreiben die Spannung zwischen Leid und Zuversicht. In beiden Versen wird erst einmal das Leid beschrieben, das Gott offensichtlich zugelassen hat. Doch am Ende siegt die Zuversicht. Der Glaube an Jesus Christus bewirkt also nicht automatisch, dass wir ein unbeschwertes Leben ohne Leid oder Angst haben werden. Im Gegenteil: Jesus kündigte seinen Jüngern an, dass sie um seines Namens willen mit Verfolgung und Leid rechnen müssen.(1) Doch auch mitten „in Feuer und Wasser“ wird er bei uns sein und uns aus all dem herausführen – so beschreibt es uns das Losungswort.
Manchmal werde ich gebeten, für Menschen zu beten, die sich vor etwas fürchten: Sei es vor einer Krankheit, einer niederschmetternden Diagnose, vor einer finanziellen Katastrophe oder der Ausweisung eines Asylsuchenden. Oft ist es so, dass sich die Person nur eine mögliche Lösung vorstellen kann – nämlich Gesundheit, keine schlimme Diagnose, die Abwendung eines finanziellen Zusammenbruchs oder der Verbleib in Deutschland. Ich frage dann: „Was wäre, wenn genau das eintrifft, wovor du dich fürchtest?“ Die meisten mögen daran gar nicht denken, geschweige denn es aussprechen. Die heutigen Bibelverse zeigen uns aber, dass es auch ein Leben jenseits der Mauer von Angst und Schrecken gibt.
Natürlich wünschen wir uns, dass bestimmte Dinge nicht geschehen. Doch wichtiger ist es, zu wissen, dass Jesus Christus auch dann bei uns ist, wenn sie geschehen. Wenn die Furcht uns treibt, haben wir schnell einen Tunnelblick, sehen nur eine mögliche Lösung. Wenn aber die Zuversicht uns trägt, können wir wie Paulus sagen: „Verfolgt, doch nicht verlassen, unterdrückt, doch nicht zerdrückt, sterbend, aber voller Leben.“
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Luk. 21,12
Als Gebetsinspiration heute einige Verse aus dem Römerbrief, Kapitel 8 ab Vers 35:
Was also könnte uns von Christus und seiner Liebe trennen? Leiden und Angst vielleicht? Verfolgung? Hunger? Armut? Gefahr oder gewaltsamer Tod?Man geht wirklich mit uns um, wie es schon in der Heiligen Schrift beschrieben wird: „Weil wir zu dir, Herr, gehören, werden wir überall verfolgt und getötet - wie Schafe werden wir geschlachtet!“Aber dennoch: Mitten im Leid triumphieren wir über alles durch die Verbindung mit Christus, der uns so geliebt hat.
Mittwoch, der 26.02.2025:
Wer bestimmt den Geist des HERRN, und welcher Ratgeber unterweist ihn?
📖 Jesaja 40,13
Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist.
🖋 Johannes 3,8
💭 Der Geist des HERRN
Die heutigen Bibelverse vermitteln uns eine Ahnung davon, wie wenig man Gott und sein Wirken mit menschlichen Maßstäben erfassen kann. Die Antwort auf die Frage des Propheten Jesaja im Losungswort, wer Gottes Geist ergründen und bestimmen kann, lautet: „Niemand.“ Da ist keiner wie Gott. Er ist der Schöpfer, und er hält alles in der Hand.(1) Im Lehrtext beschreibt Jesus selbst das Wirken des Heiligen Geistes durch einen Vergleich mit dem Wind: Man spürt ihn, kann aber nicht sagen, woher er kommt oder wohin er geht.
Allein das ist schon herausfordernd genug. Nun sagt Jesus aber, dass „jeder, der aus dem Geist geboren ist“, auch so ist. Heißt das etwa, dass solch ein Mensch wie Gott ist? Ich verstehe das nicht so. Vielmehr glaube ich, dass Gott durch seinen Geist dann in dieser Person wohnt. Konkret bedeutet das, dass dadurch eine völlig neue Dynamik in unser Leben kommt, sozusagen ein neuer und innerer Wind. Der Apostel Paulus beschrieb das einmal so: „Alle, die sich von Gottes Geist leiten lassen, sind seine Söhne und Töchter“.(2)
Das hat zur Folge, dass man mehr und mehr wahrnimmt, wohin dieser innere Wind einen steuern will. Manches mag uns gefallen, anderes nicht. Einiges haben wir vielleicht erwartet oder gar ersehnt, manches kommt völlig unerwartet. Die Apostel erlebten nach der Ausgießung des Heiligen Geistes große Wunder, aber auch schwere Verfolgungen. Sie nahmen das eine wie das andere aus Gottes Hand, denn sie vertrauten auf seine Leitung.
Wie ist das bei uns? Als ich einmal eine Frau fragte, ob sie Gott schon irgendwann ihr Leben anvertraut habe, sagte sie: „Ja – aber es entgleitet mir immer wieder …“ Meine Antwort darauf war: „Dann mach es einfach jeden Tag wieder neu.“ Sich Gott jeden Tag neu anzuvertrauen, ist eine persönliche Einladung an den Heiligen Geist, sich bei uns niederzulassen – wann und wie er es will.
Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen
(1) Jes. 40,22-26 (2) Röm. 8,14 [Neue Genfer Übersetzung]
Gebet:
Vater im Himmel, du weißt, dass ich mit dir leben möchte. Aber durch den Alltag gerät mir das manchmal in den Hintergrund. Hilf mir bitte durch deinen Geist, jeden Tag neu mit dir zu beginnen. Dein Wille soll auch in meinem Leben geschehen. Das bitte ich in Jesu Namen, Amen.
Montag, der 24.02.2025:
Ihr trinkt den Wein kübelweise und verwendet die kostbarsten Parfüme; aber dass euer Land in den Untergang treibt, lässt euch kalt.
📖 Amos 6,6
Betrinkt euch nicht; denn zu viel Wein verführt zu einem liederlichen Lebenswandel. Lasst euch lieber vom Geist Gottes erfüllen!
🖋 Epheser 5,18
💭 Segen für das Land
Das heutige Losungswort ist eine ernsthafte Ermahnung für alle, die in Verantwortung stehen. Das sind nicht nur Politiker und Wirtschaftsführer, sondern auch Lehrer, Erzieher, Eltern und viele andere Frauen und Männer. Sie alle können das, wofür sie verantwortlich sind, zum Segen führen oder aber in den Untergang treiben. Das hängt davon ab, ob ihr Leben auf Gott und die ihnen anvertrauten Menschen ausgerichtet ist oder nur auf sich selbst.
Nun geht es, wie ich meine, im Losungswort nicht nur um Wein oder Parfüm. Ein Glas Wein zu trinken, ist noch keine Sünde, genauso wenig, wie ein Parfüm zu verwenden. Es geht um eine grundsätzliche Ausrichtung unseres Lebens. Wie können wir uns davor hüten, verantwortungslos zu handeln? Häufig ist der tiefe Grund eine Sinnleere in unserem Leben. Solche Momente kann es bei uns allen einmal geben. Doch im Lehrtext finden wir einen hilfreichen Hinweis. Dort heißt es: Lasst euch lieber vom Geist Gottes erfüllen! Statt in Drogen oder andere Exzesse zu fliehen, fordert der Apostel Paulus uns auf, uns von Gottes Geist erfüllen zu lassen. Dieser füllt unsere innere Leere aus und zeigt, wofür es sich zu leben lohnt.
Wie aber lässt man sich mit dem Geist Gottes erfüllen? Wir können doch nicht einfach über den Heiligen Geist verfügen. Das stimmt – wir können aber das tun, was der Heilige Geist auch tut, nämlich Jesus Christus ehren. Damit öffnen wir uns für das Wirken des Heiligen Geistes. So lesen wir in den beiden Folgeversen: Ermuntert einander mit Psalmen und Lobliedern, wie der Geist sie euch eingibt. Singt und spielt Christus, dem Herrn, von ganzem Herzen. Dankt Gott, dem Vater, zu jeder Zeit für alles im Namen unseres Herrn Jesus Christus.(1) Ich glaube, Gott selbst wird uns dann leiten und zum Segen setzen. Das wünsche ich uns und allen Verantwortlichen in unserem Land.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Eph. 5,19-20 [Gute Nachricht]
Gebet:
Vater im Himmel, ich bitte dich heute nach der Bundestagswahl, dass du unser Land segnest und den Verantwortlichen hilfst, ein Segen für die hier lebenden Menschen zu sein. Aus eigener Kraft und Weisheit können wir das nicht. So komm uns mit deinem Geist zu Hilfe. Darum bitte ich dich im Namen Jesu Christi, Amen.
Samstag, der 22.02.2025:
Was recht ist, dem sollst du nachjagen, damit du leben kannst.
📖 5. Mose 16,20
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
🖋 Matthäus 5,6
💭 Hunger nach Gerechtigkeit
Der heutige Lehrtext, von dem ich einmal ausgehen möchte, ist Teil der Seligpreisungen Jesu. Wenn jemand nach Gerechtigkeit hungert und dürstet, deutet das ja darauf hin, dass diese nicht vorhanden ist. Doch was genau ist mit dieser fehlenden Gerechtigkeit gemeint? Geht es darum, dass wir anderen Menschen Unrecht tun? Geht es um Gerichte, die das Recht beugen, oder dass bestimmte Menschen benachteiligt werden?
Diese Aufzählungen mögen zwar Auswirkungen von fehlender Gerechtigkeit sein, die Ursache sind sie jedoch nicht. Selbst wenn man das eine oder andere verbessern konnte, entstehen an anderer Stelle wieder neue Ungerechtigkeiten. Nun sagte Jesus aber: „Sie sollen satt werden.“ Darunter verstehe ich einen Zustand, an dem die Ursache ihre Macht verloren hat.
Im Losungswort finden wir die Anweisung, dass wir dem, was recht ist, nachjagen sollen. Nehmen wir einmal an, dass aus dem „Sollen“ ein „Wollen“ wird – dass es uns gemeinsam also ein inneres Anliegen ist, Gutes zu tun. Wie würde dann unsere Welt aussehen? Wir bräuchten zwar noch Regelungen, wie z.B. die Verkehrsregeln, aber keine Gesetze mehr, die das Böse verhindern sollen. Keiner würde mehr lügen, ein Treuegelöbnis brechen, begehren, was anderen gehört, stehlen oder morden. Das klingt vielleicht unrealistisch – doch genau das meinte Jesus, wie ich glaube, mit dieser Seligpreisung.
Wenn solch ein Zustand eintritt, können wir wirklich ohne Angst leben. Deshalb sollten wir unseren Hunger und Durst nach Gerechtigkeit nicht wegdrängen, als ob es keine Hoffnung auf Besserung gäbe. Jesus Christus macht es möglich. Er hat schon begonnen – und zwar bei uns selbst. Er verändert uns von innen her, vergibt uns und verwandelt das „Sollen“ in „Wollen“. Noch ist das Werk nicht vollendet, weder bei uns Christen noch bei anderen. Das wird es wohl erst im Himmel sein. Doch schon hier ist es auf dem Weg. Jeden Tag dürfen wir es bei uns und anderen erleben.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass du Unmögliches möglich machst. Du hast mir und denen, die an dich glauben, deine Gerechtigkeit geschenkt. Lass sie bitte mehr und mehr durch uns sichtbar werden, sodass andere sehen, dass Gerechtigkeit bei dir möglich ist. Amen.
Donnerstag, der 20.02.2025:
Der HERR wird seinem Volk Recht schaffen, und über seine Knechte wird er sich erbarmen.
📖 5. Mose 32,36
Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er bei ihnen lange warten?
🖋 Lukas 18,7
💭 Wenn Gott Recht schafft
Was ist eigentlich damit gemeint, wenn es – wie im heutigen Losungswort – heißt, dass Gott „seinem Volk Recht schaffen“ wird? Man kann das ja so verstehen, dass Gottes Kinder grundsätzlich vor Feinden sicher sind, weil er sich selbst vor sie stellt. Und tatsächlich hatten die Israeliten, an die dieses Wort ja gerichtet war, das auch so erlebt, als Gott sie gegen den Willen des Pharaos aus Ägypten herausführte und gegen dessen Heer verteidigte.(1) Liest man jedoch das Umfeld des Losungswortes, erkennt man sehr schnell, dass Israel sich mit seinem Verhalten Gott selbst zum Feind gemacht hatte und er deshalb hart mit ihnen ins Gericht ging.(2)
Das ist jedoch nur ein Teil des Ganzen, denn im Losungswort heißt es ebenfalls: „… und über seine Knechte wird er sich erbarmen.“ Gott schaut nicht auf Äußerlichkeiten, sondern auf unser Herz. Er erkennt, wer es aufrichtig mit ihm meint. Menschen kann man täuschen, Gott nicht. Er erkannte sehr wohl, wer ihm in Israel die Treue hielt und wer nicht. Auch wenn es mitunter nur einige wenige waren, war er bereit, neu anzufangen.
Die gute Nachricht ist: Bis heute hat sich das nicht geändert. Deshalb muss man sich nicht davor fürchten, vor Gott ehrlich zu werden, denn in Jesus Christus hat er seine Barmherzigkeit gezeigt. Er sandte seinen Sohn nicht, um uns zu richten. Er sandte ihn, um uns zu retten. So heißt es im Johannesevangelium: „Wer an ihn glaubt, wird nicht verurteilt. Wer aber nicht glaubt, ist damit schon verurteilt; denn der, an dessen Namen er nicht geglaubt hat, ist Gottes eigener Sohn.“(3)
Im Lehrtext sagt eben dieser Sohn Gottes, dass Gott nicht zögern wird, „seinen Auserwählten“ Recht zu schaffen. Wer aber sind diese Auserwählten? Wie ich es verstehe, sind es diejenigen, die auf Gottes Reden reagieren, indem sie sich ihm zuwenden. Ihre Gerechtigkeit heißt Jesus Christus – und ist schon da.
Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen
(1) 2.Mose 14,13-20 (2) 5.Mose 32,18-30 (3) Joh. 3,18 [Neue Genfer Übersetzung]
Als Gebet heute einen Chorus:
Ich bet‘ dich an, Allmächtiger,
keiner ist wie du!
Ich bet‘ dich an, Friedefürst,
du allein gibst Frieden mir!
Ich preise dich, du bist meine
Gerechtigkeit.
Ich bet‘ dich an, Allmächtiger,
keiner ist wie du!
Amen.
Dienstag, der 18.02.2025:
Du wirst erfahren, dass ich der HERR bin, an dem nicht zuschanden werden, die auf mich harren.
📖 Jesaja 49,23
Wenn sie euch aber vor die Gerichte der Synagogen und vor die Machthaber und vor die Behörden führen, dann sorgt euch nicht, wie oder womit ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt, denn der heilige Geist wird euch in jener Stunde lehren, was ihr sagen müsst.
🖋 Lukas 12,11-12
💭 Schutz und Herausforderung
Der komplette heutige Losungsvers lautet in einer modernen Übersetzung: Könige hüten deine Kinder, und Königinnen sind deine Kindermädchen. Voll Ehrfurcht werfen sie sich vor dir zu Boden und küssen dir die Füße. Wenn das geschieht, wirst du erkennen, wer ich bin: Ich bin der Herr! Ich enttäusche keinen, der mir sein Vertrauen schenkt.(1) Jesaja prophezeit hier, dass Gott Israel über alle Völker erheben wird. Bei genauerer Betrachtung geht es aber nicht nur um Israel, sondern um diejenigen, die Gott ihr Vertrauen schenken. In diesem Kapitel wird eine Person angekündigt, die die Stämme Israels aufrichten und die Zerstreuten wieder in ihr Land bringen wird. Weiterhin heißt es dort: „Ich habe dich auch zum Licht der Völker gemacht, dass mein Heil reiche bis an die Enden der Erde.“(2)
Damit ist, meine ich, eindeutig Jesus Christus gemeint. Er ist das Licht der Welt. Daraus ergibt sich: Wer Gott vertraut, vertraut auch Jesus Christus. Mit dieser einfachen Botschaft gingen die Jünger Jesu los – und stießen auf heftigen Widerspruch. Im Lehrtext erklärt Jesus allen, die an ihn glauben, wie sie mit solch einer Situation umgehen sollen. So sagte er: „Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln bekennen. Wer aber vor den Menschen nicht zu mir steht, zu dem wird auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes nicht stehen.“(3)
Wir werden also aufgefordert, unseren Glauben an Jesus Christus nicht zu verschweigen. Doch wenn Christen dann um Jesu willen angeklagt werden, kommt Gott ihnen selbst zu Hilfe. Nicht sie müssen sich verteidigen – Gottes Geist wird es durch sie tun. So ist der Glaube an Jesus Christus Schutz und Herausforderung zugleich.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Jes. 49,23 [Hoffnung für alle] (2) Jes. 49,6b [Luther 2017] (3) Luk. 12,8-9 [Hoffnung für alle]
Gebet:
Herr Jesus Christus, du forderst mich heraus, mich zu dir zu bekennen, auch wenn es Widerspruch oder gar Verfolgung erzeugt. Ich will dir vertrauen, dass du mir immer rechtzeitig beistehst. Gib mir Mut, mich zu dir zu bekennen, und bewahre mich davor, um Dinge zu streiten, die nichts mit dir zu tun haben. Ich will dir vertrauen, Amen.
Sonntag, der 16.02.2025:
Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden.
📖 Jesaja 40,29
„Der Herr hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit.“
🖋 2. Korinther 12,9
💭 Kraft in Schwachheit
Hintergrund zum heutigen Losungswort war folgende Behauptung in Israel: „Der Herr weiß nicht, wie es uns geht! Es macht unserem Gott nichts aus, wenn wir Unrecht leiden müssen.“(1) Bis heute erleben wir, dass Gewalt das Recht eines Menschen oder eines ganzen Volkes niederdrücken kann. Gewalt scheint demnach mächtiger zu sein als Recht und Moral. Doch Gott stellt sich in seinem Wort klar gegen Unrecht. Und so wenden sich Menschen an den, der mächtiger ist als die Mächtigen.
In Israel schien es jedoch so, als ob Gott nicht auf den Hilferuf der Entrechteten reagierte – so kam es zu dieser Behauptung. Heutzutage hört man öfters den Spruch: „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.“ Das führt mitunter dazu, dass Menschen, denen Unrecht geschieht, ebenfalls Gewalt anwenden, da diese scheinbar das einzig wirkungsvolle Mittel ist. All das führt dann zu einer sogenannten Spirale der Gewalt. Ist das wirklich Gottes Art, uns zu helfen?
Die Antwort auf die obige Behauptung ist zunächst, dass wir an Gottes Allmacht erinnert werden. Er ist der Schöpfer aller Dinge, wird weder müde noch matt, und seine Weisheit ist unendlich tief.(2) Das bedeutet nach meinem Verständnis: Wenn Gott nicht so handelt, wie wir es erwarten, geschieht das nicht aus Schwäche, sondern aus seiner für uns oft nicht ergründbaren Weisheit. Tatsächlich finden wir seine Hilfe darin, dass er dem Müden Kraft gibt und Stärke dem Unvermögenden. Offensichtlich greift er nicht immer direkt ein, sondern gibt den Seinen Kraft, durchzuhalten, wenn ihnen unrecht geschieht.
Das erlebte ebenfalls der Apostel Paulus, der, wie er es beschreibt, von einem Engel des Satans geschlagen wurde.(3) Gott nahm dieses Leid nicht von ihm, wirkte aber dennoch mit seiner Kraft in und durch Paulus. Deshalb meine ich: Wir dürfen immer fest damit rechnen, dass Gott unsere Gebete erhört – doch manchmal anders, als wir es dachten.
Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Jes. 40,27 [Hoffnung für alle] (2) aus Jes. 40,28 (3) 2. Kor. 12,7-8
Gebet:
Vater im Himmel, manchmal wünsche ich mir, dass du hier und jetzt Kriege einfach beendest, diejenigen stoppst, die anderen Unrecht tun, und in deiner Allmacht Gerechtigkeit auf Erden schaffst. Dieser Tag wird kommen – so will ich an dem festhalten, was du uns versprichst. Bevor aber dieser Tag kommt, bitte ich dich: Erfülle mich und alle, die es brauchen, mit deiner Kraft. Lass uns in einer dunklen Zeit nicht müde werden, deinen Namen zu bekennen. Und hilf uns, im Glauben festzubleiben. Das bitte ich dich im Namen unseres Erlösers, Jesus Christus. Amen.
Freitag, der 14.02.2025:
Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.
📖 Jesaja 53,3
Sehet, welch ein Mensch!
🖋 Johannes 19,5
💭 Für nichts geachtet?
Diese Bibelverse enthalten theologischen Zündstoff. War Jesus nur Mensch oder nur göttlich – oder doch beides? Um die Antwort auf diese Frage wird immer wieder gerungen. Nun, wenn wir in die heutigen Verse und ihren Kontext schauen, sehen wir erst einmal einen Menschen. Der Mensch, der im Losungswort beschrieben wird, hat so gar nichts Göttliches an sich. Und doch ist es eine der bedeutendsten Prophetien auf Jesus Christus. In diesem Abschnitt aus dem Buch Jesaja wird von jemandem gesprochen, der schuldlos für die Sünden vieler leidet, indem er misshandelt, geschlagen und schließlich getötet wird. Bei alldem ist er still „wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird“.(1)
Kurz vor seiner Taufe wurde Jesus von Johannes dem Täufer als das Lamm Gottes bezeichnet, „das die Sünde der ganzen Welt wegnimmt!“(2) Vielleicht haben sich die Umstehenden gewundert – doch nach der Taufe kam der Geist Gottes aus dem Himmel wie eine Taube auf Jesus herab. Dann sagte eine Stimme von dort: „Dies ist mein geliebter Sohn, an ihm habe ich große Freude.“(3) Vermutlich merkten da die ersten, dass Jesus mehr als ein gewöhnlicher Mensch war.
Im Lehrtext lesen wir, was Pilatus sagte, nachdem Jesus gegeißelt worden war und man ihm eine Dornenkrone aufgesetzt hatte: „Sehet, welch ein Mensch!“ Damit versuchte Pilatus zum wiederholten Mal, darauf hinzuweisen, dass er an Jesus keine Schuld fand. Doch die Ankläger Jesu beharrten darauf, dass dieser sterben müsse.(4) Pilatus hätte zwar die Macht gehabt, Jesus freizulassen, doch aus Sorge um seine Karriere lieferte er ihn schließlich aus und nahm dessen Tod billigend in Kauf. Für ihn war Jesus letztlich doch nur einer von vielen.
Man kann sich in Bezug auf Jesus irren. Auch Jesaja sagte: „Darum haben wir ihn für nichts geachtet.“ Man muss aber nicht bei einer falschen Einschätzung stehenbleiben. Wer Jesus näher kennenlernt, wird mehr und mehr entdecken, wer und wie er ist: der Weg, die Wahrheit und das Leben.(5)
Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen
(1) Jes. 53,5-7 (2) Joh. 1,29 [Neue Genfer Übersetzung] (3) Matt. 3,16-17 [Neues Leben Übersetzung] (4) Joh. 19,6-7 (5) Joh. 14,6
Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass du mit unendlicher Geduld und Liebe zu uns gekommen bist. Danke, dass du uns nicht aufgibst oder dich von uns abwendest, wenn wir dich falsch sehen oder verstehen. Leite uns durch deinen Geist, sodass wir dich immer besser erkennen. Und schenke uns Geduld mit denen, die anders denken. Amen.
Mittwoch, der 12.02.2025:
Sie gieren alle, Klein und Groß, nach unrechtem Gewinn, und Propheten und Priester gehen alle mit Lüge um und heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen: „Friede! Friede!“, und ist doch nicht Friede.
📖 Jeremia 6,13-14
Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an.
🖋 Römer 12,9
💭 Dem Guten anhängen
Im heutigen Losungswort verkündet der Prophet Jeremia eine Gerichtsbotschaft Gottes an Jerusalem. Zuvor beklagte er: „Herr, wen soll ich überhaupt noch warnen? Keiner hört mir zu, sie haben ihre Ohren verschlossen und schlagen meine Worte in den Wind. Was du sagst, finden sie lächerlich, es ist ihnen ganz und gar zuwider.“(1) Im Losungswort folgt die Beschreibung der Bewohner Jerusalems: Sie gieren nach unrechtem Gewinn und Personen mit Einfluss belügen die Leute. Besonders interessant ist, dass sie versuchten, die Leute mit Worten zu beruhigen. Doch Worte, die Gottes Gericht einfach leugnen, verhindern es nicht. Sie verhindern jedoch, dass Menschen in sich gehen und Gott um Vergebung bitten, wie es z.B. in Ninive geschah. Dort ließ Gott die Stadt nicht untergehen.(2)
Kann ein Volk denn so voller Unrecht, Hass und Lüge sein? Vielleicht sind es nicht immer alle, doch aus der Geschichte und auch aus der Gegenwart sehen wir, dass so etwas möglich ist. Oft ist dann der tonangebende Teil gewalttätig, andere schweigen, und wieder andere leiden darunter. Für uns Christen bedeutet das meiner Ansicht nach, bei solch einem Treiben nicht mitzumachen. Wie weit man dagegen angeht oder einfach nur anders lebt, muss, denke ich, Gott uns zeigen. Für uns gilt das, was wir im Lehrtext lesen: Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an.
Das Problem ist, dass wir das ohne Gottes Hilfe nicht können, auch wenn wir es wollen. Wie überwindet man Feigheit, wenn es bedrohlich wird? Wie kann ich die segnen, die mir fluchen? Ohne Erlösung durch Jesus Christus und ohne die Kraft seinen Geistes geht es nicht. Wenn wir selbst aber nicht ohne Gottes Hilfe dem Guten anhängen können, wie sollen es andere können? So möge Gott uns helfen, dass wir auf ihn hören und seine Hilfe ergreifen.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Jer. 6,10 [Hoffnung für alle] (2) Jona 3,4-10
Als Gebet die freie Übersetzung des Gospels „Put your hand in hand of the man who stilled the water“
Jedes Mal, wenn ich in das heilige Buch schaue, beginne ich, zu zittern,
wenn ich davon lese, wie ein Zimmermann den Tempel reinigte.
Und diese Käufer und Verkäufer waren nicht viel anders, als wir es sind.
Und ich schäme mich, dass wir Menschen nicht die sind, die wir eigentlich sein sollten.
Lege deine Hand in die Hand des Mannes, der das Wasser beruhigte.
Lege deine Hand in die Hand des Mannes, der das Meer schweigen ließ.
Schau auf dich selbst, und du wirst andere anders sehen.
Lege deine Hand in die Hand des Mannes von Galiläa.
Original: Donny Hathaway
Montag, der 10.02.2025:
Bei Gott ist Kraft und Einsicht. Sein ist, der da irrt und der irreführt.
📖 Hiob 12,16
Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
🖋 1. Timotheus 2,4
💭 Erkenntnis der Wahrheit
Um das heutige Losungswort besser zu verstehen, ist es hilfreich, den nachfolgenden Vers zu lesen. Dieser lautet: „Er lässt die Ratsherren barfuß gehen und macht die Richter zu Toren.“(1) Gottes Einsicht ist also so groß, dass niemand ihn täuschen oder in die Irre führen kann. Dies sagte Hiob zu seinen Freunden, die zwar mit Gottes Wort argumentierten, jedoch falsche Rückschlüsse daraus zogen. Sie meinten, der einzige denkbare Grund für Hiobs Leiden sei, dass er sich gegen Gott versündigt habe.
Hiob selbst konnte den Grund seiner Leiden nicht erklären, bezog sich jedoch auf Gottes Kraft und Einsicht, und nicht auf die sogenannten „Erkenntnisse“ seiner Freunde. Wenn wir diese Sichtweise Hiobs nun auf den Lehrtext übertragen, wird deutlich, was dort mit der „Erkenntnis der Wahrheit“ gemeint ist. Es handelt sich um eine Wahrheit, die direkt von Gott kommt. Sie gilt es, zu erkennen.
Häufig höre ich Leute sagen: „Der eine Pastor sagt dies, der andere jenes, und der dritte sagt genau das Gegenteil.“ Sie kommen zu dem Schluss, dass es eine absolute Wahrheit nicht gäbe. Merkwürdigerweise ist dann ihre Wahrheit, dass es keine Wahrheit gibt. Leider werden Argumente wie dieses oft dazu benutzt, nicht weiter nach der Wahrheit zu fragen.
Doch die Wahrheit ist Gott selbst und begegnet uns in seinem Sohn Jesus Christus. Die Erkenntnis der Wahrheit ist demnach die Erkenntnis Christi. Nun will Gott ja, dass alle Menschen gerettet werden. So fordert der Apostel Paulus die Christen auf, für Menschen in Verantwortungspositionen zu beten.(2) Wie aber soll das dazu führen, dass Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen? Nun, der Zweck dieser Gebete ist, dass wir als Christen ungehindert unseren Glauben leben können. So kann unsere Liebe, unser Bekenntnis und unsere Verbundenheit mit Jesus andere inspirieren, die Wahrheit zu suchen und nach Gott zu fragen. Dort werden sie Antwort finden.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Hiob. 12,17 [Luther 2017] (2) 1.Tim. 2,1-2
Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir, dass wir bei dir Kraft und Einsicht finden. Du bewahrst uns vor Irrtum und davor, in die Irre geführt zu werden. So bitte ich dich, dass du mich durch deinen Geist leitest und mir Verständnis für dein Wort und Wesen schenkst. Lass mich sehen, wie du die Dinge siehst, mit denen wir heutzutage konfrontiert werden. Ich danke dir dafür, Amen.
Samstag, der 08.02.2025:
Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HERR.
📖 Psalm 111,4
Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?
🖋 1. Korinther 10,16
💭 Der Kelch des Segens
Im heutigen Losungswort lesen wir, dass Gott selbst dafür gesorgt hat, dass seine Wunder nicht vergessen werden. Dazu gab er Feste und Gedenktage sowie auch Gottesdienstordnungen. Sie sollten den Menschen helfen, sich immer wieder auf ihn und das, was er unter ihnen getan hatte, zu besinnen. So sagt der Psalmist: „Die Taten des Herrn sind wunderbar! Wer über sie nachdenkt, wird Freude an ihnen haben. Alles, was der Herr tut, ist herrlich und großartig und seine Gerechtigkeit besteht ewig.“(1)
In diesen Worten steckt unter anderem die Aussage, dass derjenige, der über Gottes Taten nachdenkt, Freude an ihnen haben wird. Die Auseinandersetzung mit Gottes Wirken ist demnach nicht etwas Zufälliges, sondern wird von einer Person aktiv gesucht. Die Freude an seinen Taten ist eine Folge dessen. Ohne Auseinandersetzung keine Erkenntnis – und keine Freude.
Im Lehrtext setzt sich der Apostel Paulus mit einem zentralen Teil des Gottesdienstes auseinander, nämlich mit dem Abendmahl. Deutlich zeigt er auf, dass es in verschiedene Ebenen hineinwirkt. Da ist einmal die Ernsthaftigkeit der Beziehung zu Gott, die sich darin zeigt, dass man nur ihn anbetet und ihm entsprechend lebt.(2) Doch auch das Miteinander ist wichtig. Paulus redet von der „Gemeinschaft des Blutes Christi“ und fragt nach der „Gemeinschaft des Leibes Christi“. Wer am Abendmahl teilnimmt, macht sich eins mit Christus – und damit auch mit dessen Leib, der Gemeinde. Der „Kelch des Segens“, wie Paulus ihn nennt, ist ein Kelch der Gemeinschaft, sowohl mit Gott als auch mit denen, die mit uns feiern.
Jesus selbst sagte zu seinen Jüngern, als er das Abendmahl einsetzte: „Dies tut zu meinem Gedächtnis.“(3) Im Abendmahl erinnern wir uns an die Gnade, die Gott uns durch Christus geschenkt hat. Wir feiern seine Vergebung und unsere Erlösung – und wir tun es miteinander.
Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen
(1) Ps. 111,2-3 [Neues Leben Übersetzung] (2) 1.Kor. 10,7-10 (3) Luk. 22,19 [Zürcher Bibel]
Gebet:
Herr Jesus Christus, niemals kann ich dir genug für das danken, was du für uns getan hast. Hilf mir, immer wieder aktiv darüber nachzudenken und mich damit auseinanderzusetzen. Nur dir gebührt alles Lob und alle Ehre. Binde mich tiefer mit allen zusammen, die zu dir gehören. Segne uns, wenn wir im Abendmahl dir und uns gegenseitig begegnen. Das bitte ich in deinem Namen, Amen.
Donnerstag, der 06.02.2025:
Der HERR sprach: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.
📖 1. Mose 8,21
Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.
🖋 Johannes 3,17
💭 Gottes Rettungsplan
Im heutigen Losungswort lesen wir, dass Gott die Erde nicht mehr um der Menschen willen verfluchen will. Jedoch nicht, weil sie sich inzwischen gebessert haben – sondern weil sie böse sind. Gottes Verzicht auf Strafe hat also nichts damit zu tun, dass die Menschen in sich gegangen wären und nun anders leben wollen. Doch womit hat er dann zu tun?
Das Losungswort ist ein Ausspruch Gottes kurz nach der Sintflut. Nur Noah und seine Familie wurden in der Arche gerettet. Schon allein daran kann man erkennen, dass Gott keinen Schlussstrich unter die Menschheit ziehen wollte. Die Begründung, dass das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens von Jugend auf böse ist, verstehe ich deshalb so: Um das Böse aus der Welt zu schaffen, sollen nicht die Bösen vernichtet, sondern gerettet und von innen her verändert werden. Damit deutet Gott direkt nach der Sintflut die Erlösung durch Jesus Christus an, von der wir etwas im Lehrtext lesen.
Gott sandte seinen Sohn nicht, um die Welt zu richten, sondern sie durch ihn zu retten. Diese Rettung beinhaltet nach meiner Erkenntnis die Vergebung unserer Schuld und eine neue Natur, die im Willen Gottes leben will. In der Gemeinde in Korinth glaubten einige, dass es keine Auferstehung der Toten gäbe. Doch der Apostel Paulus hielt dagegen: „Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden.“(1)
Daraus ergibt sich für mich Folgendes: Durch das Opfer Jesu am Kreuz empfangen wir Gottes Vergebung. Diese führt aber nicht dazu, dass wir von nun an keine Schuld mehr auf uns laden. In der Auferstehung Christi jedoch empfangen wir neues Leben. Je mehr Raum es in uns bekommt, desto mehr werden wir von innen her in das Bild und Wesen Christi verändert. So schafft Gott das Böse aus unserem Leben.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) 1.Kor. 15,17 [Luther 2017]
Vater im Himmel, ich danke dir für Jesu Opfer am Kreuz und für seine Auferstehung. Ich danke dir, dass du mir vergeben und mir ein neues Leben gegeben hast. Nun bitte ich dich, dass dein Geist mich leitet und alles in mir überwindet, was nicht aus deiner Liebe heraus kommt. Überwinde bitte Neigungen wie Streit, Feindseligkeiten, Eifersucht, Wutausbrüche, Unmoral und Rechthaberei. Ersetze sie durch Liebe, Geduld, Freundlichkeit und durch Selbstbeherrschung – ja durch alles, was dem Wesen Jesu Christi entspricht. Das bitte ich dich in Jesu Namen, Amen.
Dienstag, der 04.02.2025:
Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?
📖 Jeremia 23,29
Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam. Es ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch und durch. Es durchdringt Seele und Geist, Mark und Bein. Es urteilt über die Gedanken und die Einstellung des Herzens.
🖋 Hebräer 4,12
💭 Lebendig und wirksam
Heute geht es in beiden Bibelversen um das Wort Gottes, oder besser gesagt, um die Kraft, die davon ausgeht. Wie aber geschieht das? Sind Worte nicht Schall und Rauch, es sei denn, sie werden auch ausgeführt? Nun, wir erleben in heutiger Zeit eine Flut von Worten in allen Lebensbereichen. Man könnte es fast einen Krieg der Worte nennen. Wer oder was überzeugt mehr? Was ist ernst gemeint, was nur so dahergesagt? Welche Worte sind wahr, welche nur Behauptungen? An all dem sehe ich: Man kann Gottes Wort nicht mit Menschenworten vergleichen. Es ist völlig anders.
Wenn der allmächtige Gott etwas sagt, dann geschieht es auch. Wenn er droht, hat er auch die Macht, es zu tun. Und wenn er etwas verspricht, wird keine Macht der Welt ihn davon abhalten können, es zu erfüllen. Bei ihm sind Wort und Tat untrennbar verbunden. Wo aber finden wir Gottes Wort? Als Christen würden wir vermutlich sagen: „In der Bibel.“ Doch viele sind mittlerweile verunsichert, ob die Bibel wirklich immer Worte Gottes enthält – also Worte und Geschichten, die Gott uns mitteilen will. Einige hadern damit, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in ihren Augen der Bibel widersprechen. Andere hadern mit bestimmten Geboten, die scheinbar nicht in unsere heutige Zeit passen.
Nun, weil ich Gott vertraue, vertraue ich auch der Bibel. Von ihr geht tatsächlich Kraft aus, wenn ihre Aussagen auf Glauben stoßen. Wie ich es erlebe, ist Gottes Wort immer noch lebendig und wirksam. Es offenbart uns die Einstellung unseres Herzens, macht uns frei von falschen Motiven und verbindet uns mit Gott selbst. Prophetien erfüllen sich vor unseren Augen, wie z.B. die Rückführung Israels in sein Land. Auch wenn wir nicht alles verstehen, bleibt Gottes Wort dennoch wahr. Können wir das glauben?
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
Als Gebet heute die dritte Strophe aus dem Lied: „Dein Wort“
Herr, du weißt, wie viel Worte es gibt,
doch sie sind ohne Kraft.
Keines von ihnen führt mich zum Ziel,
wie anders ist doch dein Wort:
Wenn Gott spricht, wird es Licht,
was er sagt, das geschieht,
von Anfang an war das so.
Dein Wort ist meines Lebens Kraft,
dein Wort ist meines Lebens Kraft.
Amen.
Text und Musik: Hans-Peter Mumssen
Montag, der 03.03.2025:
Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich‘s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.
📖 Psalm 139,23-24
Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt.
🖋 Matthäus 7,14
💭 Der Weg zum Leben
Im heutigen Losungswort macht David, der Schreiber, deutlich, dass er auf Gottes Wegen gehen will. Allerdings ist er sich nicht sicher, ob er die tiefsten Beweggründe seines Herzens erkennen kann. Doch einer kann es – und so bittet David Gott, ihn darauf aufmerksam zu machen, wenn er sich auf einem falschen Weg befindet. „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich‘s meine.“ Dies ist keine selbstüberzeugte Rechtfertigung nach dem Motto: „Gott weiß, dass ich okay bin.“ Im Gegenteil – David geht davon aus, dass wir ohne Gottes Korrektur schnell vom Kurs abkommen können.
Der heimliche Gedanke „Gott kann stolz sein, dass er mich hat“ findet hier keinen Raum. Sämtliche Großspurigkeit im Sinne von „Wir sind die Guten“ scheitert letztendlich an der engen Pforte, von der wir im Lehrtext lesen. Wenn wir dort hindurchgehen, müssen wir jede Art der Selbstgerechtigkeit hinter uns lassen. Sie passt meiner Überzeugung nach nicht durch diese Pforte. Was am Ende bleibt, ist eine tiefe Abhängigkeit von Jesus Christus, dem wir es verdanken, dass es überhaupt eine Pforte zum Leben gibt. Der Liederdichter Adolf Krummacher brachte all das in seinem Lied „Stern, auf den ich schaue“ zum Ausdruck. Es endet mit dem Satz: „Nichts hab ich zu bringen, alles, Herr, bist du!“
Der Weg zum Leben beginnt also damit, uns von uns selbst zu lösen und Jesus Christus die Leitung unseres Lebens zu übergeben. Wichtig ist allerdings, wie ich meine, sie auch bei Jesus zu lassen. Gerade dann, wenn wir schon lange Christ sind, viel erlebt haben, die Bibel kennen und etliche Predigten gehört haben, stehen wir in Gefahr, zu meinen, wir wüssten nun, wo es lang geht. So kann es passieren, dass jemand sich auf einem vermeintlich christlichen Weg ohne Christus befindet. Wir tun also gut daran, wie David täglich zu beten: „Leite mich auf ewigem Wege.“
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
Als Gebet heute das Lied: „Stern, auf den ich schaue“
Stern, auf den ich schaue, Fels, auf dem ich steh,
Führer, dem ich traue, Stab, an dem ich geh,
Brot, von dem ich lebe, Quell, an dem ich ruh,
Ziel, das ich erstrebe, alles, Herr, bist du.
Ohne dich, wo käme Kraft und Mut mir her?
Ohne dich, wer nähme meine Bürde, wer?
Ohne dich, zerstieben würden mir im Nu
Glauben, Hoffen, Lieben, alles, Herr, bist du.
Drum so will ich wallen meinen Pfad dahin,
bis die Glocken schallen und daheim ich bin.
Dann mit neuem Klingen jauchz ich froh dir zu:
nichts hab ich zu bringen, alles, Herr, bist du!
Text: Adolf Krummacher (1824–1884)
Samstag, der 01.03.2025:
Denkt an den Anfang, an das, was schon immer war: Ich bin Gott und keiner sonst, ich bin Gott, und meinesgleichen gibt es nicht.
📖 Jesaja 46,9
Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.
🖋 Offenbarung 1,8
💭 Von Anfang an
In den heutigen Losungsversen lesen wir von dem ewigen Gott. Er ist einzigartig und allmächtig, es gibt keinen wie ihn. Er ist nicht einer von vielen – er ist der Einzige. Ja, darf man so etwas heute überhaupt noch sagen? Es gibt doch so viele verschiedene Religionen und Kulturen. Wo bleiben da Toleranz und Vielfalt?
Ich denke, die Antwort auf diese Fragen hängt unmittelbar mit unserer persönlichen Beziehung zu Gott zusammen. Natürlich kann man sich ein Gottesbild machen, in dem man alle möglichen Ideologien zusammenwirft. Aussagen wie im Losungswort passen da allerdings nicht hinein. Immerhin heißt es da: „Ich bin Gott und keiner sonst, ich bin Gott, und meinesgleichen gibt es nicht.“ Da es Gott selbst ist, der das über sich sagt, kann man das meinem Verständnis nach nicht so einfach zur Seite wischen. Entscheidend ist für mich jedoch die persönliche Beziehung zu Gott.
Damit meine ich nicht, wie ich mir Gott vorstelle. Zu einer Vorstellung kann man keine persönliche Beziehung aufbauen. Das findet alles nur im Kopf statt. Wenn man jedoch Gott als echtes Gegenüber von außen erlebt, bekommen die heutigen Bibelverse eine ganz andere Tragweite. Hier beginnt für mich der Unterschied zwischen Religion und Glaube. Es geht dann beispielsweise nicht mehr um einen Schöpfermythos, den der eine so und der andere anders interpretiert, es geht dann um den konkreten Schöpfer. Nicht wir machen ihn – er hat uns gemacht.
Im Lehrtext gibt der Apostel Johannes wieder, was Gott über sich selbst sagt. Die Vision, die Johannes von dem auferstandenen Christus hatte, wirkte auf ihn so gewaltig, dass er wie tot vor dessen Füße fiel. Doch er wurde von dem, der „das A und O“ ist, wieder aufgerichtet.(1) Wenn wir diesen Gott kennenlernen, verblassen alle selbst erdachten und gemachten Götter. Er ist derjenige, der schon immer war und immer sein wird.
Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen
(1) Off. 1,9-18
Gebet:
Vater im Himmel, wenn ich darüber nachdenke, dass du schon immer warst und immer sein wirst, ergreift mich tiefe Ehrfurcht gepaart mit großer Dankbarkeit, dass du dich uns in Christus so freundlich zugewandt hast. Ich bekenne mit den Engeln im Himmel: Du allein bist heilig und allmächtig! Dir sei alle Ehre. In Jesu Namen, Amen.
Donnerstag, der 27.02.2025:
Dient dem HERRN von ganzem Herzen. Und weicht nicht ab; folgt nicht denen, die nichts sind, die nichts nützen und nicht retten können, denn sie sind nichts!
📖 1. Samuel 12,20-21
Werdet nicht unverständig, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist.
🖋 Epheser 5,17
💭 Wege Gottes
„Gott schreibt auch auf krummen Linien gerade“ – vielleicht kennen wir diesen Satz. Damit ist gemeint, dass menschliche Unzulänglichkeiten Gott nicht davon abhalten, sein Ziel mit uns zu erreichen. Ein Beispiel dafür finden wir in der Vorgeschichte zum heutigen Losungswort. Als der Prophet Samuel Richter in Israel war, verlangte das Volk nach einem König. Das missfiel Samuel und auch Gott. Trotzdem sprach Gott zu Samuel: „Erfülle ihnen nur ihren Wunsch! Nicht dich lehnen sie ab, sondern mich. Ich soll nicht länger ihr König sein!“(1)
Mich hat diese Antwort erstaunt. Da wollten Leute etwas machen, was nicht Gottes Willen entsprach, und er sagte: „Macht es!“ Die Botschaft des Lehrtextes ist da schon verständlicher: Wir sollen verstehen, was der Wille Gottes ist, damit wir dann auch danach leben. In der Vorgeschichte zum Losungswort ist es jedoch genau umgekehrt: Gott ging auf den Willen von Menschen ein, obwohl er eigentlich dagegen war. Folgt uns Gott denn auf unseren Wegen, egal, wohin wir gehen?
Als Samuel Saul schließlich zum König gesalbt hatte, machte er den Israeliten klar, dass sie sich gegen Gottes Willen verhalten hatten. Zwar war Gott mitgegangen, doch nun sollten sie wieder auf dessen Weg zurückkehren. Sie sollten ihm von ganzem Herzen dienen und nicht denen folgen, die nicht retten können – so lesen wir es im Losungswort. Das bedeutet: In seiner Gnade geht Gott ein Stück mit uns, selbst wenn wir uns auf einem falschen Weg befinden. Das Ziel aber ist, die falschen Wege zu erkennen und wieder danach zu trachten, im Willen Gottes zu leben.
Nun kann man nicht immer alles rückgängig machen, was auf solch einem Weg entstanden ist. So wurde in Israel das Königtum nicht wieder abgeschafft – doch Gott benutzte es, um uns letztendlich durch den „König der Juden“(2) zu erlösen. Welch eine Gnade und Menschenliebe finden wir bei ihm!
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) 1.Sam. 8,7 [Gute Nachricht] (2) Joh.19,19
Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir für deine große Barmherzigkeit. Ich danke dir, dass du auch mir nachgegangen bist. Doch nun will ich dir nachgehen. Leite mich bitte auf deinem Weg. Das bitte ich in Jesu Christi Namen, Amen.
Dienstag, der 25.02.2025:
Der HERR ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil.
📖 Psalm 118,14
Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen.
🖋 Jakobus 5,13
💭 Glaubensgewissheit
Psalm 118, aus dem das heutige Losungswort entnommen wurde, beginnt mit einer wiederkehrenden Aufforderung an Israel, an die Priester und an alle, die Gott fürchten. Egal, wie sich eine Person gerade fühlte, ob sie fröhlich oder traurig, ängstlich oder voller Zuversicht, gesund oder krank war, immer sollte sie sagen: „Seine Güte währet ewiglich.“(1)
Es gibt demnach Aussagen, die wir im Glauben treffen. Diese sind unabhängig von unserer momentanen Verfassung. Interessant ist, dass der Psalm mit genau diesen Aussagen beginnt. Sie erzeugen ein Fundament für das, was danach kommt. Wenn ich überzeugt bin, dass Gottes Güte ewiglich währt, verwandelt sich mein ängstliches Fragen in eine zuversichtliche Bitte. Nicht mehr Zweifel dominieren dann mein Denken, sondern Gewissheit. Solch eine Gewissheit kommt im Losungswort zum Ausdruck. In einer modernen Übersetzung lautet es: Vom HERRN kommt meine Kraft, ihm singe ich mein Lied, denn er hat mich gerettet.(2) Ob ich seine Kraft gerade spüre, ob mir nach Singen zumute ist, und ob ich seine Rettung schon erlebt habe, ist nicht so wichtig. Weil Gottes Güte ewiglich ist, hat er zumindest schon im Unsichtbaren die Weichen für mein Leben zu meinem Besten gestellt – Grund genug, ihm dafür zu danken.
Unter diesem Aspekt der Glaubensgewissheit kann man auch den Lehrtext verstehen. Auch hier wird auf die Verfassung eines Menschen eingegangen. Wer leidet, soll beten; wer guten Mutes ist, soll Psalmen singen. In beiden Fällen wenden wir uns an Gott – und das mit Zuversicht. Das erklärt der Apostel Jakobus gleich am Anfang seines Briefes. Dort schreibt er: „Betet aber in großer Zuversicht, und zweifelt nicht; denn wer zweifelt, gleicht den Wellen im Meer, die vom Sturm hin- und hergetrieben werden.“(3) In diesem Sinne tun wir, wie ich meine, gut daran, auch unsere Gebete, Bitten und Danksagungen mit diesen Worten zu beginnen: „Herr, deine Güte währet ewiglich!“
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Ps. 118,4 [Luther 2017] (2) Ps. 118,14 [Gute Nachricht] (3) Jak. 1,6 [Hoffnung für alle]
Gebet:
Vater im Himmel, deine Güte währet ewiglich – daran halte ich fest und darauf vertraue ich. Du hast mir diese Gewissheit geschenkt. Schenke sie auch denen, die von Zweifeln heimgesucht werden. Erhalte uns diese Gewissheit auch in schweren Tagen. Dafür danke ich dir – denn deine Güte währet ewiglich. Amen.
Sonntag, der 23.02.2025:
Ich will mich selbst als Wache um mein Haus lagern.
📖 Sacharja 9,8
Jesus stand auf und bedrohte den Wind und die Wogen des Wassers, und sie legten sich und es ward eine Stille. Er sprach aber zu den Jüngern: Wo ist euer Glaube?
🖋 Lukas 8,24-25
💭 Er wacht über uns
Im heutigen Losungswort verspricht Gott dem Volk Israel: „Ich will mich selbst als Wache um mein Haus lagern.“ Zwei Dinge werden hiermit klar: Es geht nicht um irgendein Haus, sondern um das Haus Gottes. Und die Wache erklärt er zur Chefsache und übernimmt sie selbst. Das hat, so meine ich, auch uns heute etwas zu sagen. Gott hat es nämlich nicht nötig, von Menschen verteidigt zu werden. Vielleicht meinen wir manchmal, wir müssten unseren Glauben rechtfertigen, wenn wir durch ihn in Konflikte kommen. Doch Gott will derjenige sein, der für uns kämpft.
Im Umfeld des Lehrtextes wird berichtet, wie die Jünger in Schwierigkeiten gerieten, weil sie auf Jesus gehört hatten. So hatte er sie aufgefordert, ins Boot zu steigen und auf die andere Seite des Sees zu fahren, was sie bereitwillig taten. Leider kamen sie dabei in Seenot – und Jesus war eingeschlafen. Den vermeintlichen Tod vor Augen, weckten sie ihn. Es war allerdings kein Akt des Glaubens, sondern der Furcht. Umso erstaunter waren sie, als Jesus den Sturm zum Schweigen brachte. Damit hatten sie überhaupt nicht gerechnet.(1) Daher die Frage Jesu: „Wo ist euer Glaube?“
Das Verhalten der Jünger ist uns vielleicht gar nicht so unbekannt. Voller Vertrauen zieht man los, doch wenn Schwierigkeiten kommen, steigt die Angst und das Vertrauen schwindet. Gebete enthalten dann manchmal mehr Befürchtungen als Glauben – wie bei den Jüngern, die zu Jesus sagten: „Meister, Meister, wir kommen um!“(2) Doch wissen wir wirklich, was vor uns liegt? Solange wir in einem Boot mit Jesus sind, sind wir auf seinem Kurs. Er ist dann bei uns. Kein Sturm ist mächtiger als er, und wenn er will, kann er die Situation von jetzt auf gleich verändern. Und sogar in Stürmen kann uns nichts und niemand aus seiner Hand reißen oder von ihm trennen. Er selbst lagert sich als Wache um seine Gemeinde. Vertrauen wir ihm?
Einen gesegneten Sonntag wünscht
Angela Mumssen
(1) Luk. 8,22-24 (2) Luk. 8,24 [Luther 2017]
Als Gebetsinspiration heute zwei Verse aus dem Römerbrief:
Ich bin überzeugt: Nichts kann uns von seiner Liebe trennen. Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder unsere Ängste in der Gegenwart noch unsere Sorgen um die Zukunft, ja nicht einmal die Mächte der Hölle können uns von der Liebe Gottes trennen. Und wären wir hoch über dem Himmel oder befänden uns in den tiefsten Tiefen des Ozeans, nichts und niemand in der ganzen Schöpfung kann uns von der Liebe Gottes trennen, die in Christus Jesus, unserem Herrn, erschienen ist.Röm. 8,38-39 [Neues Leben Übersetzung]
Freitag, der 21.02.2025:
Weide dein Volk mit deinem Stabe.
📖 Micha 7,14
Christus selbst hat die einen als Apostel eingesetzt, die anderen als Propheten, andere als Verkündiger des Evangeliums und wieder andere als Hirten und Lehrer, um die Heiligen auszurüsten für die Ausübung ihres Dienstes. So wird der Leib Christi aufgebaut.
🖋 Epheser 4,11-12
💭 Aufgebaut und ausgerüstet
„Weide dein Volk mit deinem Stabe“ – darum bat der Prophet Micha und bezog sich damit auf diejenigen, die Gott vertrauten. Zuvor beklagte er: Im ganzen Land gibt es keine rechtschaffenen Menschen mehr, keiner fragt mehr nach Gott. Einer lauert dem anderen auf und legt ihn herein, so wie der Jäger sein Wild ins Fangnetz treibt. Sie gehen sogar über Leichen. Sie haben nur Böses im Sinn, und darin sind sie wahre Meister. Die führenden Männer lassen sich bestechen, die Richter sind käuflich, und die Mächtigen entscheiden aus reiner Willkür. So arbeiten sie alle Hand in Hand.(1)
Irgendwie scheint sich daran nicht viel geändert zu haben. In einigen Ländern geht es besser und gerechter zu, auf andere trifft diese Beschreibung fast exakt zu. Allen gemeinsam ist aber, dass kaum noch nach Gott gefragt wird. Deshalb fühlte sich Micha damals wie ein Sonderling. Auch heute fühlen sich etliche Christen so, wenn sie Gott beim Wort nehmen und entsprechend leben wollen.
Doch genau diese Schar von Menschen nennt Jesus Christus seine Herde. Er ist der gute Hirte, der die Seinen zu frischen Wassern führt und allezeit bei ihnen ist. Interessant ist die Beschreibung im Lehrtext, wie Jesus „seine Herde weidet“. Er tut es durch Personen, die er dazu beruft: Apostel, Propheten, Verkündiger, Hirten und Lehrer. Sie alle tragen dazu bei, dass wir Christen geistlich und praktisch im Glauben aufgebaut werden.
Zusätzlich werden wir aber auch ausgerüstet, Gott zu dienen. Er liebt nämlich alle Menschen – auch die, die ihn noch nicht kennen oder nichts von ihm wissen wollen, davon bin ich überzeugt. So besteht unser Gottes-Dienst unter anderem auch darin, uns nicht auf uns selbst zurückzuziehen, sondern uns für andere zu öffnen und sie für den Glauben an Jesus Christus zu gewinnen. Sind wir dabei?
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Mich. 7,2-3 [Hoffnung für alle]
Gebet:
Herr Jesus Christus, oft habe ich den Eindruck, dass wir Christen nur noch eine kleine Schar sind. Und doch bekennst du dich gerade zu uns. Wenn wir nun das Licht der Welt sind, dann hilf uns, dass unser Licht noch viele Menschen zum eigentlichen Licht führt – nämlich zu dir, o Herr. Mache uns fest im Glauben und rüste uns aus, dir zu dienen. Darum bitte ich dich in deinem Namen, Jesus, Amen.
Mittwoch, der 19.02.2025:
Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.
📖 Psalm 127,1
Simon sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen. Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische.
🖋 Lukas 5,5-6
💭 Der Segen Gottes
Die heutigen Bibelverse haben für mich eine klare Botschaft: An Gottes Segen ist alles gelegen. Wie ich es sehe, gilt das für alle Menschen. Oft ist aber vielen Menschen der Segen Gottes nicht bewusst. Für sie sieht es so aus, als ob auch ohne sein Zutun alles seinen gewohnten Lauf nimmt. Was ist aber, wenn der Segen einmal ausfällt, wenn Dürre oder Unwetter unser Hände Werk zunichtemachen? Wenden wir uns dann an Gott? Nach meiner Beobachtung werden zunehmend die Klimaerwärmung und vor allem der Mensch für solche Phänomene verantwortlich gemacht. Doch selbst wenn das tatsächlich so ist, sind wir offensichtlich nicht in der Lage, das Problem wirklich zu lösen.
Wie immer wir auch die Ursachen deuten, es läuft immer auf das Gleiche hinaus: Wir müssen zurückkehren zu Gott und unser Leben in allen Bereichen wieder von ihm abhängig machen. Das ist, wie ich meine, die tiefere Bedeutung des Losungswortes. Der Apostel Jakobus schrieb einmal: Wohlan nun, die ihr sagt: „Heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt reisen und dort ein Jahr zubringen, Handel treiben und Gewinn machen - und doch wisst ihr nicht, was morgen sein wird!“ … Statt dessen solltet ihr sagen: „Wenn der Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das tun.“(1) Wir sollen also in dem Bewusstsein planen, dass wir von Gottes Willen und Segen abhängig sind. Wenn wir nun Gott und seinem Wort vertrauen, wird das unseren Lebensstil verändern. Das Beste ist, mit Gott über unsere Vorhaben zu sprechen und ihn zu bitten, uns seinen Weg zu zeigen.
Im Lehrtext lesen wir, dass die Jünger Jesu mitten am Tag eine große Menge Fische fingen, weil sie auf sein Wort eingingen. Wenn wir nun ebenfalls bereit sind, uns vom Wort und Geist Christi leiten zu lassen, sollte Gott nicht auch uns ein über die Maßen erfülltes Leben schenken?
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Jak. 4,13-15 [Schlachter 2000]
Gebet:
Herr Jesus Christus, weder das Schicksal noch menschliches Tun bestimmen letztendlich den Lauf der Dinge. Du bist es, der alles in seiner Hand hält. Daran will ich festhalten, dafür danke ich dir. So bitte ich dich, mich in allem, was ich tue, zu leiten. Du wirst es gelingen lassen, und selbst scheinbare Misserfolge kannst du in Segen verwandeln. Darauf will ich vertrauen. Amen.
Montag, der 17.02.2025:
Von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich, HERR. Ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeinde.
📖 Psalm 40,11
Wir fanden in unserm Gott den Mut, bei euch das Evangelium Gottes zu sagen in hartem Kampf.
🖋 1. Thessalonicher 2,2
💭 Mut in Gott finden
Den heutigen Bibelversen kann man entnehmen, dass es nicht immer leicht ist, von Gott zu erzählen. David, von dem das Losungswort stammt, sagte nur einen Vers zuvor: „Ich verkündige Gerechtigkeit in der großen Gemeinde. Siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen; HERR, das weißt du.“(1) Offensichtlich erlebte er Ablehnung und sogar Anfeindung, auch in Bezug auf seinen Glauben. Und im Lehrtext ist es kein Geringerer als der Apostel Paulus, der sagte, dass er und seine Mitarbeiter in Gott den Mut fanden, das Evangelium trotz aller Widerstände weiterzugeben.
Man kann also nicht davon ausgehen, dass die Botschaft von Christus überall gern gehört und begeistert aufgenommen wird. Dennoch wollten David und Paulus es sich nicht nehmen lassen, von Gott und von dem, was sie mit ihm erlebt hatten, zu erzählen. Da sie auch nur Menschen waren, fiel ihnen das sicherlich nicht immer leicht. Deshalb rangen sie vor Gott darum, sich nicht mundtot machen zu lassen, weder von den Umständen noch von Menschen. Paulus spricht von einem harten „Kampf“ – in diesem Fall falsche Anklagen und Verfolgung.(2)
Glücklicherweise leben wir in Deutschland nicht in solch dramatischen Umständen, was den Glauben angeht. Dennoch haben auch wir es nötig, Mut in Gott zu finden, um frei von ihm zu reden. Zu schnell wird man als bekennender Christ in eine Schublade gesteckt. So wird aus jemand, der an das Evangelium glaubt, ein „Evangelikaler“, aus jemand, der die Bibel sein Fundament nennt, ein „Fundamentalist“. Mancher schweigt dann lieber, aus Sorge, schief angesehen zu werden.
Ich möchte uns ermutigen, an dem zu bleiben, was wir von Gott verstanden haben. Derselbe Paulus, der Mut in Gott fand, sagte: „Ich schäme mich nicht für die rettende Botschaft. Sie ist eine Kraft Gottes, die alle befreit, die darauf vertrauen.“(3) Diese Freiheit wünsche ich uns.
Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen
(1) Ps. 40,10 [Luther 2017] (2) Apg. 17,1-10 (3) Röm. 1,16 [Hoffnung für alle]
Als Gebetsinspiration heute ein Zuspruch des Paulus an Timotheus:
„Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Ängstlichkeit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ 2.Tim. 1,7 [Neue Genfer Übersetzung]
Herr Jesus Christus, hilf mir, ohne Scheu zu dir zu stehen. Schenke mir die Bereitschaft, von dir zu erzählen, auch wenn ich Nachteile dadurch erleiden sollte. Ich vertraue darauf, dass du mir die nötige Kraft dafür gibst. Amen.
Samstag, der 15.02.2025:
Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.
📖 Psalm 22,3
Christus hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen vor den gebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte; und er ist erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt.
🖋 Hebräer 5,7
💭 Nicht verlassen
Die heutigen Bibelverse vermitteln uns zwei Bilder auf Jesu Christi Leiden. Im Losungswort aus Psalm 22 wird prophetisch die Kreuzigung Jesu beschrieben. Die ersten Verse klingen so, als ob Gott sich von seinem Sohn entfernt hat und dessen Schreien nicht hört. Vollständig lauten sie: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.“(1) Wie ich es sehe, drückt dieser Aufschrei Jesu Verlassenheit aus. Er drückt jedoch nicht aus, dass Gott überhaupt nicht mehr auf ihn hört. Im Lehrtext lesen wir, dass es nicht bei den Gebeten blieb – Christus wurde am Ende erhört. Auch in Psalm 22 gibt es solch eine Wende: „Hilf mir aus dem Rachen des Löwen und vor den Hörnern der wilden Stiere - du hast mich erhört!“(2) Schildert das Losungswort eine Momentaufnahme, sehen wir im Lehrtext dagegen das ganze Bild.
Bleiben auch wir manchmal in einer Momentaufnahme stecken? Ich nenne dies „das Ewigkeitssyndrom“. Damit meine ich, dass wir unseren momentanen Zustand verewigen. „Wir haben gebetet, doch Gott hört nicht“, sagen dann einige. In Wahrheit aber hört Gott und antwortet auch – nur eben nicht immer sofort. Jesus Christus musste durch solche Zeiten gehen. Doch in seiner Auferstehung können wir erkennen, dass nicht nur seine, sondern auch unsere Gebete nicht unerhört bleiben. Schon in Psalm 30 steht: Den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens ist Freude.(3)
Jesus Christus nahm die Gottesferne bewusst auf sich, weil er unser aller Schuld auf sich nahm. Wir Christen sollen aber wissen, dass er allezeit bei uns ist, auch wenn wir ihn nicht spüren. Möge diese Zuversicht uns gerade in schweren Zeiten nicht verloren gehen.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
(1) Ps. 22,2-3 [Luther 2017] (2) Ps. 22,22 [Luther 2017] (3) Ps. 30,6b [Luther 2017]
Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass du uns nie verlässt. Schenke uns diese Zuversicht – besondern dann, wenn wir uns von dir verlassen fühlen. Ich will nicht vergessen, wie oft du uns schon aus tiefer Not gerettet hast. Danke, Jesus. Amen.
Donnerstag, der 13.02.2025:
Fragt nach den Wegen der Vorzeit, welches der gute Weg sei, und wandelt darin, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele!
📖 Jeremia 6,16
Wir wünschen aber sehnlichst, dass jeder von euch den gleichen Eifer für die Erfüllung der Hoffnung zeige, bis ans Ende, und dass ihr nicht träge werdet, sondern es denen gleichtut, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben.
🖋 Hebräer 6,11-12
💭 Vorbilder
Der Ruf im heutigen Losungswort, nach den Wegen der Vorzeit zu fragen, ist im Grunde ein Rückruf zu Gott. Doch der vollständige Vers endet leider mit den Worten: „Aber sie sprachen: ‚Wir wollen's nicht tun!‘“ Wie kommt es, dass man in der Vorzeit den richtigen Weg findet, und nicht in der Gegenwart oder Zukunft? Was war in der Vorzeit denn besser? Oder sind Christen die ewig Gestrigen und die Bibel ein antiquiertes Buch?
Nun, ich glaube, es geht nicht um gestern, heute oder morgen, sondern um die Beziehung, die wir zu Gott haben. Allerdings meinen viele, dass der Mensch im Lauf der Zeit immer fortschrittlicher wird. Sie betrachten ihn als sich immer weiter entwickelnde Spitze der Evolution. Wie sollten da Menschen aus entfernter Vergangenheit ein Vorbild sein?
In der Bibel finden wir eine völlig andere Sicht. Dort ist der Mensch nach dem Ebenbild Gottes erschaffen. Damit wird jeder Mensch, der nach Gott fragt und mit ihm lebt, zu einem Vorbild, weil er zu seinem Ursprung zurückkehrt. Dabei spielt es keine Rolle, wann und wo er gelebt hat, in welcher Kultur er aufgewachsen ist oder wie groß sein Wissen und seine Erkenntnisse waren. Schaut man sich z.B. Erziehungsratschläge aus dem Beginn des letzten Jahrhunderts an, werden diese heute in vielen Teilen abgelehnt. Nun, jede Zeit hat ihre Erkenntnisse und Methoden, doch für Gott ist es offenbar viel wichtiger, ob ein Mensch ihm die Leitung seines Lebens anvertraut oder nicht.
Genau darin finden wir in allen Zeiten Vorbilder – Menschen, die in ihrer Zeit mit Glauben und Geduld auf die Erfüllung von Gottes Verheißungen warteten. Natürlich waren auch sie Kinder ihrer Zeit, doch das sind wir ebenfalls. Wichtig ist allein, zu Gott zurückzukehren und ihm zu vertrauen.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir für die vielen Menschen, die vor mir im Glauben an dich gelebt haben. Ich danke dir für Abraham, für Mose, für Esther, für Rut, für Petrus, für Paulus, für Lydia und für Timotheus. Ich danke dir aber auch für eine Eleonore von Reuß, für Dietrich Bonhoeffer, für Corrie ten Boom, für Martin Luther King und für viele andere bekannte und unbekannte Menschen. Sie alle haben im Vertrauen auf dich gelebt und oft für ihren Glauben gelitten. In diesem Glauben will auch ich leben. Hilf mir bitte dabei. Das bitte ich dich in Jesu Christi Namen, Amen.
Dienstag, der 11.02.2025:
Du sollst den Geringen nicht vorziehen, aber auch den Großen nicht begünstigen.
📖 3. Mose 19,15
Haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person.
🖋 Jakobus 2,1
💭 Frei von allem Ansehen
In den heutigen Bibelversen finden wir die Aufforderung, Menschen nicht aufgrund ihres gesellschaftlichen Ansehens verschieden zu behandeln. Es lohnt sich, einmal zu schauen, in welchem Kontext das gesagt wird. So lautet der vollständige Vers, aus dem das Losungswort stammt, folgendermaßen: „Du sollst nicht unrecht handeln im Gericht: Du sollst den Geringen nicht vorziehen, aber auch den Großen nicht begünstigen, sondern du sollst deinen Nächsten recht richten.“(1) Es geht hier also eindeutig um Rechtsprechung, nicht um ein simples Gleichmachen. Denn im selben Kapitel findet man mehrere Anweisungen, wie man Benachteiligte behandeln oder unterstützen soll.(2) Was aber ist mit den sogenannten „Großen“?
Im Lehrtext schreibt der Apostel Jakobus, dass wir den Glauben an Jesus Christus „frei von allem Ansehen der Person“ halten sollen. Er verdeutlicht das am Beispiel eines Reichen und eines Armen, die in die Gemeinde kommen. Der Reiche erhält einen Ehrenplatz, während dem Armen fast schon herablassend ein Stehplatz oder Platz auf dem Fußboden zugewiesen wird.(3) Jakobus fragt dann: „Macht ihr dann nicht Unterschiede unter euch und urteilt mit bösen Gedanken?“(4)
Wenn man jemanden bevorzugt, ist der Hintergrund oft ein persönlicher. Wohlgemerkt, es geht um eine bewusste Bevorzugung. Einem Menschen zu helfen, weil er in Not ist, ist eine Sache. Ihn zu bevorzugen, weil man sich einen Vorteil davon verspricht – sei es bei Gott oder bei Menschen – eine andere. Jemanden aufgrund seines Reichtums oder Einflusses zu bevorzugen, mag zwar menschlich sein, doch letztlich sollen wir allen Menschen mit Respekt begegnen, ob arm oder reich. So bringt es Jakobus auf den Punkt: „Wirklich gut handelt ihr, wenn ihr dem königlichen Gebot unseres Herrn gehorcht, wie es in der Schrift steht: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“(5) Das hilft uns, Menschen unabhängig von ihrem Ansehen zu begegnen.
Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen
(1) 3.Mos. 19,15 [Luther 2017] (2) 3.Mos. 19,9-14 (3) Jak. 2,2-3 (4) Jak. 2,4 (5) Jak. 2,8 [Neues Leben Übersetzung]
Gebet:
Herr Jesus Christus, wenn ich in dein Wort schaue, erkenne ich, dass du den Menschen mit großer Güte und Weisheit begegnet bist. Leite mich durch deinen Geist und bewahre mich vor Vorurteilen und Herablassung gegenüber anderen, ganz besonders dann, wenn ich Mühe mit ihnen habe. Hilf mir, meinen Nächsten so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte, unabhängig davon, wer er ist. In Jesu Namen, Amen.
Sonntag, der 09.02.2025:
Du Menschenkind, alle meine Worte, die ich dir sage, die fasse mit dem Herzen und nimm sie zu Ohren!
📖 Hesekiel 3,10
Der Same, der auf guten Boden gesät wurde: Hier ist einer, der das Wort hört und versteht. Der trägt dann Frucht - sei es hundertfach, sei es sechzigfach, sei es dreißigfach.
🖋 Matthäus 13,23
💭 Mit dem Herzen fassen
Der Prophet Hesekiel sollte die Worte, die Gott zu ihm sprach, dem Volk Israel verkünden. Leider stießen diese Worte auf Ablehnung, und auch Hesekiel kam dadurch als Überbringer in Gefahr. Am Anfang des Kapitels beschreibt er eine Vision, in der er eine Schriftrolle essen sollte. Und im heutigen Losungswort fordert Gott ihn ebenfalls auf, seine Worte zu verinnerlichen. Weder Ablehnung noch andere Meinungen noch scheinbar schlüssige Argumente sollten Hesekiel davon abbringen, Gottes Wort zu glauben und zu bezeugen.
Offensichtlich ist es Gott wichtig, dass wir sein Wort in unserem Herzen aufnehmen. Davon redet auch Jesus Christus im Lehrtext. Er vergleicht Gottes Wort mit einem Samen. Wenn ein Mensch es wirklich im Herzen aufnimmt, indem er es hört, versteht und glaubt, so entfaltet es eine göttliche Kraft in ihm. Was dann entsteht, nennt Jesus Frucht. Das kann sich in einem veränderten Wesen zeigen, aber auch in Taten, die Gottes Liebe und Heiligkeit sichtbar machen – ja sogar Zeichen und Wunder können durch uns geschehen. Vor allem aber kommen wir in die Bestimmung unseres Lebens und finden nach meiner Erfahrung ein tiefes Lebensglück. Niemand kann es uns nehmen, weil wir uns nicht nur an Vergängliches binden.
Indem wir Gottes Wort aufnehmen, können wir all das erfahren – davon bin ich überzeugt. Auf der anderen Seite erleben wir aber auch Widerspruch. Dieser kann von außen, aber auch von innen kommen. Gerade, wenn wir Gottes Handeln nicht verstehen oder sein Wort unsere persönlichen Überzeugungen durchkreuzt, wird unser Glaube auf die Probe gestellt. Ich glaube aber, dass Gott uns in solchen Glaubenskrisen beisteht, sodass wir nicht daran zerbrechen. Was hilft, ist das, was wir im Losungswort lesen: seine Worte mit dem Herzen zu fassen und sie zu Ohren zu nehmen.
Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
Heute möchte ich für die Personen beten, die sich gerade in einer Glaubenskrise befinden:
Herr Jesus Christus, ich bitte dich heute für die Menschen, die an dich und dein Wort glauben wollen, es aber nicht oder nicht mehr können. Du kennst ihre Glaubenskrisen: dass ihnen das tiefe Vertrauen verloren gegangen ist, Worte der Bibel nicht mehr zu ihnen sprechen, sie nicht verstehen, warum du scheinbar schweigst. Ich bitte dich: Berühre sie ganz neu mit deiner Liebe und nimm diese dunkle Wolke des Zweifels von ihren Herzen. Das bitte ich in deinem Namen, Jesus. Amen.
Freitag, der 07.02.2025:
Gott, du bist mein Gott, den ich suche. Es dürstet meine Seele nach dir.
📖 Psalm 63,2
Wen dürstet, der komme; wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.
🖋 Offenbarung 22,17
💭 Sehnsucht
„Wen dürstet, der komme“ – mit diesen Worten wird im heutigen Lehrtext die Sehnsucht eines Menschen mit Durst verglichen. Starker Durst zieht uns dorthin, wo wir Wasser finden. Genauso zieht es unsere Seele zu Gott hin, wenn wir uns nach ihm sehnen. Entsprechend beschreibt David im Losungswort seine Beziehung zu Gott. Lieder, die voller Sehnsucht gesungen werden, rühren mich sehr an. Sehnsucht bewirkt häufig Bewegung, und Sehnsucht nach Gott führt dazu, dass wir ihn suchen.
„Wen dürstet, der komme“ wird vor allem Menschen ansprechen, die diese Sehnsucht haben. Niemandem wird das Wasser des Lebens aufgedrängt oder gar aufgezwungen. Freiwilligkeit ist ein großer Schatz, den wir immer wieder in Gottes Wort finden. Besonders im Evangelium geht es um eine persönliche und freie Entscheidung, Jesus Christus die Leitung des Lebens zu übergeben.
Vor einiger Zeit fiel mir eine Familie auf, in der durch mehr als vier Generationen hindurch der Glaube an Jesus Christus eine zentrale Rolle spielte. Ich fragte mich, wie so etwas möglich sein kann. Ich kenne nämlich auch Familien, in denen die Kinder mit dem Glauben ihrer Eltern nichts zu tun haben wollen. Nun, ein Grund war wohl, dass die Sehnsucht der Eltern, für Jesus zu leben, ansteckend war. Tatsächlich glaube ich, dass, wenn wir uns nach Gott sehnen, andere mit in unsere Sehnsucht hineingezogen werden. So entfalten Lieder, die das Dürsten unseres Herzens nach Gott zum Ausdruck bringen, oft eine geheimnisvolle Kraft.
„Wen dürstet, der komme; wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.“ Der gesamte Vers klingt so, als ob dem Dürstenden nicht klar ist, dass er bzw. sie auch kommen darf. Deshalb heißt es am Anfang des Verses: „Und der Geist und die Braut sprechen: Komm!“ Der Heilige Geist und die Gemeinde Jesu Christi ermutigen Menschen, sich bei Jesus dieses Wasser des Lebens abzuholen. Mögen noch viele, die sich danach sehnen, diesen Ruf hören und ihm folgen.
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
Als Gebet heute einige Verse aus Psalm 63:
Gott! Du bist mein Gott! Ich sehne mich nach dir, dich brauche ich!Wie eine dürre Steppe nach Regen lechzt, so dürste ich, o Gott, nach dir.Ich suche dich in deinem Heiligtum, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen.Deine Liebe bedeutet mir mehr als mein Leben!Amen
Mittwoch, der 05.02.2025:
Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel.
📖 Jesaja 50,6
Niemand hat größere Liebe als wer sein Leben einsetzt für seine Freunde.
🖋 Johannes 15,13
💭 Die große Liebe
Wenn jemand von großer Liebe redet, vermutet man dahinter häufig eine romantische Beziehung. Die große Liebe ist etwas, auf das man trifft – oder eben nicht. Etliche bezweifeln, dass es sie überhaupt gibt. Andere wiederum stellen sich anhaltende Schmetterlinge im Bauch und nicht endend wollende Gefühle vor. Wer die große Liebe findet, hat demnach ständige Glücksgefühle.
Die Liebe, von der in den heutigen Bibelversen die Rede ist, ist weit entfernt von dem, was mancher sich unter der großen Liebe erhofft. Und doch ist es die stärkste Liebe, die es gibt. Im Losungswort beschreibt jemand, der „der Knecht Gottes“ genannt wird, wie er sich misshandeln lässt. Das klingt im ersten Moment nach jemandem, der sich passiv in ein grausames Schicksal ergibt. Doch das Gegenteil ist der Fall – denn es war Jesus Christus, in dem sich diese Prophezeiung des Propheten Jesaja erfüllte.
Als Jesus gefangen genommen wurde, wehrte er sich nicht. Als man ihn schlug, schlug er nicht zurück. Als er zum Tode verurteilt wurde, nutzte er nicht seine göttliche Macht, um zu entkommen. Nicht, weil er es nicht gekonnt hätte.(1) Sondern weil er liebte. Er liebte Gott – und er liebte uns. Willentlich kam er zu den Menschen und erzählte ihnen vom Vater. Und willentlich nahm er das Kreuz auf sich, um uns zu erlösen.
Wie stark diese Liebe ist, wird im Lehrtext von Jesus selbst beschrieben: „Niemand hat größere Liebe als wer sein Leben einsetzt für seine Freunde.“ Ich glaube, die Jünger hatten nicht die leiseste Ahnung, wie weit Jesus gehen würde, um seine Liebe zu zeigen. Das Besondere an seiner Liebe ist, dass er nicht passiv darauf wartet, bis wir sie finden. Er kommt uns aktiv entgegen: am Kreuz, durch sein Wort, durch seinen Geist. Wer auf Gottes große Liebe stößt, hat gefunden, weil Gott selbst sich auf den Weg gemacht hat.
Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen
(1) Matth. 26,53
Als Gebet heute zwei Strophen aus dem Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“:
Ich bete an die Macht der Liebe,
die sich in Jesus offenbart;
ich geb mich hin dem freien Triebe,
wodurch ich Wurm geliebet ward;
ich will, anstatt an mich zu denken,
ins Meer der Liebe mich versenken.
Wie bist du mir so zart gewogen.
Und wie verlangt dein Herz nach mir!
Durch Liebe sanft und tief gezogen
neigt sich mein Alles auch zu dir.
Du traute Liebe, gutes Wesen,
du hast mich und ich dich erlesen.
Amen.
Gerhard Tersteegen (1750)
Montag, der 03.02.2025:
Die Hand unseres Gottes war über uns, und er errettete uns.
📖 Esra 8,31
Was für Verfolgungen habe ich nicht erlitten - und aus allen hat mich der Herr errettet!
🖋 2. Timotheus 3,11
💭 Berufung und Bewahrung
Im heutigen Losungswort schildert Esra, wie er aus dem babylonischen Reich zusammen mit vielen Israeliten nach Israel zurückkehrte. Die Reise war riskant, denn überall lauerten Räuber und Wegelagerer. Doch der Wunsch, in ihre Heimat zurückzukehren und dort das Gesetz Gottes wieder aufzurichten, war größer als die Furcht vor den Gefahren. Im Losungswort berichtete Esra, dass Gott sie bewahrt und aus allen Gefahren errettet hatte.
Nun hatten Esra und seine Begleiter sich bewusst dafür entschieden, dieses Risiko einzugehen. Insofern erlebten sie nicht nur im Nachhinein Gottes Bewahrung, sondern vertrauten schon beim Losgehen darauf. Manchmal müssen auch wir solche Entscheidungen treffen. So berichtet der Apostel Paulus im Lehrtext, wie Gott ihn in allen Verfolgungen bewahrt hat. Auch er nahm diese Verfolgungen bewusst in Kauf, weil ihm Gottes Auftrag, das Evangelium zu verbreiten, wichtiger war als ein bequemes und behütetes Leben. Er erlebte also nicht nur zufällig Gottes Bewahrung, sondern verließ sich ebenfalls darauf.
Wie ist es mit uns? Gibt es Risiken, die wir um Jesu Christi willen auf uns nehmen? Es beginnt damit, sich zu ihm zu bekennen, auch wenn unsere Umgebung darauf ablehnend reagiert. Es setzt sich fort, uns im Geiste Christi zu verhalten. Da bedeutet unter anderem, Menschen zu lieben, nicht abfällig über andere zu reden, Gleiches nicht mit Gleichem zu vergelten, nicht zu lügen und Unrecht zu meiden. Richtig gefährlich kann es werden, wenn wir versuchen, im In- und Ausland anderen zu helfen und ihnen das Evangelium zu verkünden. Wozu sind wir bereit? Wie weit würden wir gehen? Dabei ist es nach meiner Erkenntnis wichtig, nicht einfach nach eigenem Gutdünken zu handeln, sondern uns von Gott zeigen zu lassen, wozu er uns beauftragt. Denn wenn er uns beruft, können wir auch damit rechnen, dass er uns schützt und wir ebenfalls sagen können: „Aus allen hat mich der Herr errettet!“
Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen
Gebet:
Herr Jesus Christus, du forderst uns auf, dir zu folgen, selbst wenn man uns deswegen verfolgt. So bitte ich dich, dass Furcht oder Bequemlichkeit mich nicht daran hindern, das zu tun, wozu du mich beauftragst. Ich danke dir für deine Bewahrung und dass du allezeit bei uns bist. Amen.